Grundsatz, Leitbild und Arbeitsgrundlagen

Auszug aus dem Betriebskonzept

Grundsatz

Im WohnHeim PEGASUS wird ein humanistisches Menschenbild gelebt. Marlies Pörtner beschreibt diese wie folgt:

„Ein humanistisches Menschenbild sieht in jedem Menschen eine eigenständige, in sich wertvolle Persönlichkeit und respektiert die Verschiedenartigkeit verschiedener Menschen. Niemals sind zwei Personen gleich, auch nicht zwei mit der gleichen Behinderung oder dem gleichen Krankheitsbild. Jeder Mensch muss ernst genommen werden in seiner ganz eigenen Art und Ausdrucksweise, auch wenn sie uns unverständlich erscheint: Für die betreffende Person hat sie einen Sinn. Ein humanistisches Menschenbild geht davon aus, dass jeder Mensch grundsätzlich auf Selbstaktualisierung und Wachstum angelegt und zu Veränderung und Problemlösung fähig ist. Diese Fähigkeiten können jedoch verschüttet oder beeinträchtigt sein, z.B. durch Entwicklungsstörungen, traumatische Erlebnisse, mangelnde Förderung, Krankheit, Alterungsprozess, Behinderung.“
Zitat: Ernstnehmen Zutrauen Verstehen, Marlies Pörtner, 3. Auflage 2001, Klett-Cotta Verlag Stuttgart, Seite 27

Leitbild

Unser Denken und Handeln wird durch Achtung der Menschenwürde und der Menschenrechte bestimmt.

Das WohnHeim PEGASUS

  • bietet 12 geistig behinderten Menschen ab dem 18. Lebensjahr, in naturnaher, tierreicher Umgebung, mit sehr familiennahen Strukturen, ein Zuhause
  • sorgt dafür, dass alle Betreuten in einer Lebensbejahenden Umgebung ein zufriedenes Leben führen können
  • fördert mit einem starken Bezugspersonen System und einem differenzierten Förderungs-, Beschäftigungs- und Freizeitangebot
  • vermittelt eine, der Gesellschaft angepassten, geregelte Tagesstruktur
  • sucht wenn möglich eine externe Arbeitsstelle welche der/dem Betreuten und seinen Möglichkeiten gerecht wird.
  • ist bestrebt stets eine optimale Betreuung nach allgemein gültigen heil- und sozialpädagogischen Erkenntnissen zu gewährleisten
  • orientiert sich an christlich-humanistischen Grundwerten und respektieren alle Betreute als eigenständige Personen.

Zielgruppe

Alle geistig behinderten Menschen, die:

  • das 18 Lebensjahr erreicht, jedoch noch nicht im AHV-Alter sind. Definitiv Aufgenommene können auch im AHV-Alter im WohnHeim verbleiben.
  • nicht auf einen Rollstuhl angewiesen sind.
  • in der Nacht keine intensive medizinisch-pflegerische Betreuung benötigen.
  • eine längerfristige Platzierung suchen.
  • nur leicht körperbehindert sind.
  • das 18 Lebensjahr erreicht, jedoch noch nicht im AHV-Alter sind. Definitiv Aufgenommene können auch im AHV-Alter im WohnHeim verbleiben.
  • nicht auf einen Rollstuhl angewiesen sind.
  • in der Nacht keine intensive medizinisch-pflegerische Betreuung benötigen.
  • eine längerfristige Platzierung suchen.
  • nur leicht körperbehindert sind

Grundlagen der Agogischen Arbeit

Die 3 wesentlichen Aspekte der personzentrierten Haltung:

Empathie – einfühlendes Verstehen der Welt des Andern
Einfühlendes Verstehen ist die Fähigkeit, das Erleben und die Gefühle des Gegenübers möglichst genau und sensibel zu erfassen und sich in sein Erleben und in seine Welt hineinzuversetzen. Diese Aussagen orientieren sich an den Erkenntnissen und Ausführungen von Carl Rogers und Marlis Pörtner und sind teilweise direkt übernommen.

Wertschätzung – bedingungsfreie Akzeptanz und Achtung der andern Person
Nicht-wertendes Akzeptieren bedeutet, dass ich das Wesen meines Gegenübers akzeptiere, so wie es im Augenblick ist, mit allen Möglichkeiten und Schwierigkeiten, ohne zu werten oder Bedingungen zu stellen. Das Wesen eines Menschen akzeptieren bedeutet aber nicht, sich jede Handlung gefallen zu lassen.

Kongruenz – Echtheit und Stimmigkeit der eigenen Person und Verhaltensweisen
Echtheit heisst, dem anderen Menschen als Person begegnen. Das erfordert, dass ich meine Gefühle, Impulse und Eindrücke zulasse und akzeptiere. Ich muss abschätzen können, wann es im Rahmen meiner Aufgabe sinnvoll ist, meine Gefühle mitzuteilen, wann nicht. Zur Kongruenz gehört auch, dass die Rahmenbedingungen der jeweiligen Situation klar und für alle Beteiligten durchschaubar sind. Kongruenz verlangt auch Klarheit in Bezug auf Tatsachen, die nicht zu ändern sind oder die bewusst so gestaltet und vorgegeben werden

Arbeiten mit personzentrierter Haltung

Erleben als zentraler Faktor
Jeder Mensch erlebt anders. Dieses subjektive Erleben ist ein zentraler Aspekt der Persönlichkeit, ein Schlüssel zum Verstehen und ein Zugang zu den eigenen Ressourcen. Wie etwas erlebt wird, kann ebenso entscheidend sein, wie die Frage, was sich ereignet hat.
Wir versuchen, andere Menschen in ihrer Eigenart und in ihrem Erleben ernst zu nehmen, ihre Ausdrucksmöglichkeit zu verstehen und sie dabei zu unterstützen, eigene Wege zu finden, damit sie angemessen mit der Realität umgehen können.

Das Vorhandene ist entscheidend, nicht das Fehlende
Wir gehen von den Möglichkeiten aus, die Menschen haben und nicht von Vorstellungen, wie sie sein sollten. Das Potenzial zu Veränderungen liegt in den Ressourcen, nicht im Defizit. Den Blick gezielt auf die Ressourcen zu richten, stärkt das Selbstvertrauen. Gerade bei Menschen mit Behinderung gilt es, das Vertrauen in sich und die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten aufzubauen und zu erhalten.

Selbstverantwortung
Die Möglichkeit zu bekommen, für sich selber Verantwortung zu übernehmen, heisst ernst genommen zu werden. Das erhöht die Lebensqualität und stärkt das Selbstwertgefühl.
Wir unterstützen Menschen, damit sie mit grösstmöglicher Selbst- und Mitbestimmung innerhalb ihrer Realität so leben können, wie es ihren Ressourcen, Wünschen und Bedürfnissen entspricht.
Menschen werden unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten, Bedürfnisse und Ansichten unterstützt, eigene Entscheide zu treffen. Das bedingt Zutrauen und Übernahme von Selbstverantwortung.

Vertrauen auf Entwicklungsmöglichkeiten
Menschen müssen sich immer wieder auf veränderte Bedingungen einstellen und damit zurechtkommen. Wir nehmen den Menschen an als soziales Wesen in einem permanenten Prozess von individuellem und sozialem Wandel. Diese Tendenz zum persönlichen Wachstum kann durch ein bestimmtes Klima, durch eine spezifische Gestaltung der Beziehung unterstützt werden.

Rahmen und Freiraum
Rahmen und Freiraum werden jederzeit klar definiert und für alle Beteiligten transparent kommuniziert.
Dazu gehören die Rahmenbedingungen des WohnHeims PEGASUS, der Einzelperson und des Umfeldes.

Die kleinen Schritte
Auch kleine Schritte werden wahrgenommen. Mit jedem Schritt, auch wenn er noch so klein ist, wächst die Fähigkeit zur Weiterentwicklung.